Die Eingewöhnung

Jetzt beginnt wieder ein neuer Abschnitt und dieser fällt den meisten Eltern und Kindern schwer. So war es auf jeden Fall bei mir. Ein Jahr lang war man 24h für sein Mäuschen da, zum Trösten, Lachen und Füttern. Nun gibt man es zu einer Tagesmutti. Ein komisches, unsicheres Gefühl, welches nicht nur die Eltern haben, sondern auch die Kinder. Aller Anfang ist schwer, aber mit bestimmten kleinen Schritten geht die Trennung einfacher.
Es gibt verschiedene Modelle, die als Grundlage dienen, die Eingewöhnung zu unterstützen und zu erleichtern. Ich habe mich für das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ entschieden. Dies ist das bekannteste und am Besten getestet und bewiesen. Natürlich ist es auch ausschlaggebend, wie Ihr Kind reagiert und am stressfreisten seinen Platz bei mir findet. Ratsam ist es, dass Ihr Kind am Anfang nur halbtags die Tagespflegestelle besucht.
Schritt 1 Durch das frühzeitige Elterngespräch erfahren sie, wie der Eingewöhnungsprozess abläuft und wie sie bei diesem mithelfen können.
Schritt 2 Besteht aus einer dreitägigen Grundphase. Sie haben die Möglichkeit, Ihr Kind in die Betreuungsstelle zu begleiten und für ca. ein bis zwei Stunden zu bleiben. In dieser Zeit können Sie Ihr Kind beobachten und zeigen, daß Sie ihm weiterhin als Anlaufpunkt zur Verfügung stehen. Sie sollten sich aber eher passiv verhalten, damit Ihr Kind den Kontakt zu mir und den anderen Kindern suchen kann.
Schritt 3 In dieser Phase erfolgt ein erster Trennungsversuch sowie eine Entscheidung über die weitere Dauer der Eingewöhnung. Die Spanne kann zwischen sechs und vierzehn Tagen liegen, manchmal auch länger. Dabei verabschieden Sie sich und verlassen den Gruppenraum. Sie bleiben aber hinter der Tür. Wenn sich Ihr Kind recht schnell von mir beruhigen und ablenken lässt, kann die Trennungsperiode auf ca. 30 min. ausgedehnt werden. Je gelassener Ihr Kind auf den Abschied und die Wiederkehr reagiert, desto kürzer ist die Eingewöhnungszeit. Unterstützend sind auch gewohnte Dinge von zu Hause, die Ihrem Kind helfen sich wohl zu fühlen z.B Kuscheltiere, Nuckel, Schnuffeltuch. Diese kleinen Helfer sorgen dafür, daß Ihr Kind eine Verbindung zwischen zu Hause und der Tagespflegestelle hat.
Schritt 4 Ist die Stabilisierungsphase in der Ihr Kind immer länger alleine bei mir bleibt. In dieser Phase ist es wichtig, die Reaktion des Kindes zu beobachten. Wenn Ihr Kind jedoch deutlich und dauerhaft protestiert muss mit Trennungsversuchen bis zur zweiten Woche gewartet werden.
Schritt 5 in der Schlussphase sind die Eltern nicht mehr anwesend, aber erreichbar. Ziel erreicht Ein positiver Abschluss ist es, wenn Ihr Kind mich als Vertrauensperson akzeptiert und sich von mir trösten lässt.

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